Einer der profiliertesten Vertreter des christlich-islamischen Gesprächs, der Jesuitenpater Christian Troll, spricht am Donnerstag, 4. September, im Wiener Curhaus (Stephansplatz
3) über "Die neue Präsenz der Muslime in Europa - Herausforderung und Chance für die Christen". Der von den Päpstlichen Missionswerken in Österreich ("Missio"-Austria) veranstaltete Vortrag beginnt um 19.30 Uhr.
Während der Islam in den ersten 1.300 Jahren seiner Existenz vor allem auf den vier mediterranen Halbinseln Europas (Iberische Halbinsel, Apenninenhalbinsel, Balkanhalbinsel, Kleinasien) präsent war und teilweise noch ist, kam es in den letzten Jahrzehnten durch die Migrationsbewegungen zu einer stärkeren islamischen Präsenz in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Die Zahl der Muslime in der Europäischen Union wird auf 15 Millionen geschätzt; es ist aber nicht leicht, zu definieren, wer Muslim ist. In manchen europäischen Ländern werden alle Personen als Muslime verbucht, die aus einer kulturell islamischen geprägten Umgebung kommen. Durch den Fastenmonat Ramadan, der am Montag beginnt, wird es in den nächsten Wochen zu einer verstärkten medialen Präsenz des Themas "Muslime in Europa" kommen; die Päpstlichen Missionswerke wollen einen Beitrag zur Meinungsbildung leisten.
P. Troll ist Honorarprofessor für Islam und christlich-islamische Begegnung an der Philosophisch-Theologischen Hochschule der Jesuiten in Frankfurt-St. Georgen. Der Islam-Experte sprach u.a. 2006 beim "Schülerkreis"-Treffen des Papstes in Castel Gandolfo. Er bemüht sich um Brückenschläge und den Abbau von Vorurteilen zwischen Christentum, Judentum und Islam.
