Schulmeister: "Österreich darf nicht Opfer einer Angstkampagne werden"
Kritische Stellungnahme des Präsidenten des Katholischen Akademikerverbandes, Paul Schulmeister, zur Kontroverse um die vom Innenministerium in Auftrag gegebene Integrationsstudie
Die tagelange Kontroverse um die vom Innenministerium in Auftrag gegebene Integrationsstudie von Mathias Rohe hat "bedauerlicherweise weit mehr Verunsicherung als Vertrauensbildung im Zusammenleben mit den 350.000 Muslimen in Österreich bewirkt", stellte der Präsident des Katholischen Akademikerverbandes Österreichs (KAVÖ), Paul Schulmeister, am Montag fest. Daher bedürfe es jetzt "deutlicher Zeichen praktizierter Dialogbereitschaft von allen Seiten". Der bereits angerichtete Schaden könnte noch größer werden, wenn im anlaufenden Wahlkampf aus dem Zusammenhang gerissene Studienteile "zur populistischen Stimmenmaximierung" benutzt werden sollten, warnte Schulmeister. Das friedliche Binnenklima Österreichs dürfe nicht zum Opfer einer unverantwortlichen Angstkampagne werden.
Die Debatte sei vor allem durch die alarmistische Feststellung von Innenministerin Liese Prokop, 45 Prozent der Muslime in Österreich seien "integrationsunwillig", negativ geprägt worden. Dabei finde sich diese emotionalisierende Feststellung in dieser Form nirgendwo in der Studie. Die Studie sei nach Aussage von Prof. Rohe auf Ausgewogenheit angelegt und halte in ihren Schlussfolgerungen ausdrücklich fest: "Die Mehrheit unter den Österreichern insgesamt wie auch unter den Muslimen bringen nach ihren Grundhaltungen gute Voraussetzungen für gelingende Integration mit".


