Die „Plattform Christen und Muslime“ meldet sich zum Streit um den Karfreitag zu Wort, weil es dabei um die Rücksichtnahme auf Minderheiten geht. Minderheitenschutz ist sowohl in der Verfassung, als auch in den Regeln der EU verankert. In einem traditionell römisch-katholischen Land dürfen die religiösen Minderheiten nicht zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Interessen werden. Die jetzt geplante Lösung des Karfreitags-Problems ist nicht nur ein Schlag gegen die Evangelische und die Altkatholische Kirche; sie betrifft auch alle anderen religiösen Minderheiten, Juden und Muslime, Orthodoxe und Methodisten, Aleviten oder Buddhisten. Ihnen allen die ihrem Glauben entsprechende Feiertage zuzugestehen würde die österreichische Wirtschaft nicht in die Rezession treiben. Für die römisch-katholische Kirche, trotz laufender Kirchenaustritte immer noch in der Mehrheit, wäre es ein Zeichen des ökumenischen Anstands, einen der vielen katholischen Feiertage zugunsten des Karfreitags aufzugeben. Denn es könnte sein, dass sich auch diese Kirche in absehbarer Zeit in der Rolle eine Minderheit behaupten muss.

Adalbert Krims, Plattform-Mitglied, hatte eine Trauerrede zu halten. Der Wiener evangelisch-reformierte Pfarrer Balázs Németh war am 29. Dezember 2018 gestorben. Krims ließ Németh selbst zu Wort kommen – mit bemerkenswerten Texten, denen zufolge Friedensarbeit Kennzeichen christlicher Verantwortung ist.

„Der konkrete Einsatz der Christen für den Frieden ist ihre Visi­ten­karte. Wir verwen­den unsere Visitenkarte, wenn wir uns irgendwo vorstellen und über uns selbst etwas Entscheidendes aussagen möchten. In diesem Sinn ist in der Bibel die Friedens­stif­tung Visitenkarte und Kennzeichen der Christen. Nicht die gut formu­lierten dogmati­schen Aussagen, auch nicht ein from­mes Leben, auch nicht das Wissen über die christ­lichen Wahr­heiten, auch nicht eine tugendhafte Lebensführung machen die Christen als solche erkenntlich, sondern ein bestimmtes weltli­ches Handeln wird „selig“ gesprochen und zur unverfälschten Visitenkarte der Christen durch Jesus er­klärt: nämlich die Frie­dens­­stiftung. Wenn der Friede die Visitenkarte der Christen ist und nicht eine dogmatische Abgrenzung, dann sind alle ande­ren Menschen unse­re Schwestern und Brüder, die, von ande­ren Motiven und Traditionen herkommend, sich ebenfalls für den Frieden einsetzen.“

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 „Friedensstiftung macht uns frei von Vorurteilen gegenüber an­de­ren, die nicht so glauben und denken wie wir, aber sich für den Frieden einsetzen. Da müssen die Christen noch allerhand dazulernen, damit sie den Forderungen Jesu entsprechen!

Es ist allerdings traurig, wie sehr die Menschen, auch die Chri­sten, oft darauf schauen, aus welchem Haus jemand kommt, und nicht darauf, was für ein Haus er mit seinen Handlungen aufbaut: das Haus des Friedens oder das des Hasses und des Krieges… Es wäre gut, wenn Christen unter der Friedensstif­tung Jesu ihre Berüh­rungsängste aufgeben würden und bereit wären, auch mit Andersdenkenden zusammenzuarbeiten.“

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Wenn jemand ins Wasser gefallen ist und zu ertrinken droht, ist es nicht die Pflicht aller Um­herstehenden, ihm zu helfen? Und da kann keiner sagen: Ich helfe nicht mit, weil die anderen Helfer nicht so denken und glauben wie ich. Wo das Leben bedroht ist – und durch die Kriegs­gefahr wird es bedroht -, da ist nicht das das Entschei­den­de, wo­her der Mensch kommt, sondern wohin er geht. Geht er in Richtung Friedens­stif­tung, dann ist er mein Bruder und meine Schwester, und er gehört zu unserer Fami­lie, ganz gleich, aus welchem Lager er kommt.“

Von Barbara Coudenhove-Kalergi   ***  Die schiitische Moslemgemeinde in Wien wollte auf einem vom iranischen Staat gekauften Grundstück eine Moschee bauen. Abgelehnt. Die Begründung: Der ins Auge gefasste Standort liegt in einem Gewerbegebiet. Eine richtige Entscheidung? Oder eine falsche?

Derzeit gibt es in Österreich für 700.000 Muslime drei Moscheen: in Wien-Floridsdorf, in Imst und in Bad Vöslau. Zum Vergleich: Im kleinen ersten Bezirk in Wien stehen nicht weniger als 22 christliche Gotteshäuser. Das Gros der Muslime versammelt sich zum Beten in mehr oder minder obskuren Lokalen, von denen niemand weiß, wo genau sie sind. Religion im Untergrund. Der Zustand erinnert an die Zeit vor dem Toleranzedikt Kaiser Josephs II., in der es Protestanten und Juden verboten war, ihre Gebetsstätten öffentlich sichtbar zu machen. Beten ja, aber so, dass die Mehrheitsgesellschaft davon nichts mitbekommt.

„Pummerin statt Muezzin“ plakatierte einst die FPÖ, und „Daham statt Islam“. Man kann davon ausgehen, dass Moscheebauten in Wien und anderswo auf Proteste stoßen würden. Das war vor einigen Jahren auch in Bad Vöslau so, trotzdem einigten sich Stadt und islamische Gemeinde nach einigem Hin und Her auf den Bau einer modernen Moschee mit angedeuteten gläsernen Minaretten in einem eher gesichtslosen Arbeiterviertel. Zur Eröffnung kam der Bürgermeister, Derwische tanzten, und den Einheimischen gefiel es. Heute ist der unauffällige, aber architektonisch attraktive Bau ein allgemein akzeptierter Teil der Kleinstadt.

Wir leben derzeit in einer aufgeheizten Atmosphäre, in der die Regierung, mit dem Innenminister an erster Stelle, alles tut, um zugewanderten wie eingesessenen Muslimen das Leben schwerzumachen. Es wird abgeschoben, Rechte werden aberkannt, es wird verboten, weggesperrt und gestraft, was das Zeug hält. Aber die Muslime sind trotzdem da. Wäre es nicht gescheiter, die Präsenz eines europäischen, demokratiekompatiblen, sichtbaren Islam in Österreich zur Kenntnis zu nehmen und zu fördern, als so zu tun, als ob es diese Weltreligion „eigentlich“ nicht geben dürfte? Sammelpunkt für Extremisten Wir wollen keine Imame, die von der türkischen Religionsbehörde bezahlt werden. Dafür spricht einiges. Aber wir sorgen auch nicht dafür, dass hierzulande Imame eine solide, europäisch geprägte theologische Ausbildung bekommen. Moscheevereine ohne offiziellen Imam können umso eher zum Sammelpunkt für Extremisten werden. Wir lesen seitenlange Berichte über jede Rauferei, an der Ausländer beteiligt sind. Aber wir hören nichts von den syrischen Ärzten, die in Rekordzeit ihre Diplome auf Deutsch nostrifiziert haben und bereits erfolgreich in hiesigen Spitälern arbeiten. Nichts von der Volksschullehrerin mit Kopftuch, die von österreichischen Eltern inständig gebeten wird, doch ja an der öffentlichen Schule weiterzuarbeiten, weil sie ihren Job so gut macht. Und nichts von den afghanischen Freiwilligen, die in Hilfsorganisationen aufopfernd Dienst machen. –

Wer öffentlich sagt oder schreibt, dass der Islam zu Österreich gehört, kann Gift darauf nehmen, dass sofort ein Shitstorm auf ihn oder sie niedergeht. Die Gutmenschen sehen die Wirklichkeit nicht, heißt es dann. Aber die Antigutmenschen ignorieren einen anderen Teil der Wirklichkeit. Etwas mehr Gelassenheit täte uns wohl allen gut. An den türkischen Gemüsehändler und den persischstämmigen Zahnarzt haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Vielleicht gewöhnen wir uns eines Tages auch an die Moschee neben der Pfarrkirche im Grätzel.

Kolumne im Standard am 24. Jänner  2019, Seite 30

Die „Plattform Christen und Muslime“ bemüht sich um eine Klarstellung im Streit um die islamischen Kindergärten in Wien.

Um der notwendigen Objektivität willen kann die Durchführung von qualitativ-empirischer Forschung nur von ausgewiesenen und neutralen Sozialwissenschaftler/innen vorgenommen werden, die weder positiv noch negativ in die Sache involviert sind. Eine solche Forschung arbeitet mit thematisch offenen Interviews, die auf freiwilliger Bereitschaft zur Teilnahme beruhen. Hinzu kommt die Verpflichtung, die Interviewpartner/innen anonym zu halten. Daher kann auf diesem Weg eine „detaillierte theologisch-politische Landkarte der Kindergärten“ (Ednan Aslan, Der Standard 17.12.15) nicht erstellt werden.

Zu den Standards empirischer Forschung gehört, dass von den untersuchten Gruppen nicht auf alle Kindergärten geschlossen werden darf. Schon jetzt aber zeigt sich aufgrund der veröffentlichten Vorstudie, wie schnell ganz wenige Ergebnisse, deren Zustande­kommen zudem wegen fehlender Analysekriterien methodisch fragwürdig ist, alle Kindergärten unter einen Generalverdacht stellen.

Dieses Verfahren ist aus der Boulevardpresse bekannt; aber in seriösen Bereichen von Universität und Politik sollte darauf geachtet werden, dass dies nicht geschieht.

Empirische Forschung ist kein Kontrollinstrument. Kontrollen können notwendig und berechtigt sein, doch dafür gibt es Inspektor/innen, die gegebenenfalls eingreifen müssen. Es mag auch nützlich sein, diese Inspektor/innen zu schulen, damit sie Anzeichen von Extremismus besser wahrnehmen können. Aber die weitgehende Unkenntnis von Islam, Koran und den kulturellen Umgangsformen in manchen Herkunftsländern darf nicht dazu führen, einfache Redewendungen oder übliche Gebetstexte zu verdächtigen.

Es muss endlich klargestellt werden, dass es um Kontrolle geht. Kontrollabsichten jedoch mit dafür ungeeigneten wissenschaftlichen Untersuchungen zu bemänteln, wäre eine Irreführung der Öffentlichkeit.

 

 

Der Terror von Paris bewegt uns in gemeinsamer Trauer und in Solidarität mit den Maßnahmen zur Aufklärung und zum Schutz vor weiteren Verbrechen. Voraussetzung für alle Reaktionen muss die Klarstellung sein, dass Christen wie Muslime das Leben achten.

Die „Plattform Christen und Muslime“ hat sich zur Aufgabe gestellt, Frieden zu stiften, und unterstützt daher alle Bemühungen der Begegnung und des Dialogs.

Der Terror von Paris bewegt uns in gemeinsamer Trauer und in Solidarität mit den Maßnahmen zur Aufklärung und zum Schutz vor weiteren Verbrechen. Voraussetzung für alle Reaktionen muss die Klarstellung sein, dass Christen wie Muslime das Leben achten. Die Terroristen hingegen missbrauchen den Islam, denn ihre Religion verbietet ausdrücklich die Tötung unschuldiger Menschen. Wer Angst schürt, Muslime und Musliminnen pauschal verdächtigt und ihnen die Religionsfreiheit aberkennen will, betreibt das Geschäft der Terroristen. Denn es ist das erkennbare Ziel der  Drahtzieher des Terrors, den Konflikt anzuheizen, unsere europäische Gesellschaft zu spalten und Zwietracht zwischen den Religionen zu säen.

Die „Plattform Christen und Muslime“ hat sich zur Aufgabe gestellt, Frieden zu stiften, und unterstützt daher alle Bemühungen der Begegnung und des Dialogs. Dem bewaffneten Terror muss mit einer Abrüstung der Worte begegnet werden. Der Weg zur Deeskalation führt über die entschlossene Bemühung um gegenseitiges Verständnis und Vertrauen, beginnend im gemeinsamen Alltag von Christen und Muslimen bis in die Führungsetagen der Politik und der Wirtschaft.

Die Begegnung mit den Flüchtlingen, die sich gerade jetzt vor diktatorischen Regimen und dem blutigen Missbrauch des Islams in Sicherheit bringen wollen, bietet dazu eine besondere Chance.

 

 

Angesichts der unerträglichen Bedingungen in den Aufnahmezentren für schwerst traumatisierte Flüchtlinge appelliert die „Plattform Christen und Muslime“ an die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern, die Betroffenheit, ja Beschämung österreichischer Bürger über die herrschenden Zustände nicht zu unterschätzen. Es ist jetzt dringend geboten, sich einmal mehr jener landesweiten Hilfsbereitschaft zu entsinnen, die unser Land und seine Menschen in vergangenen Jahrzehnten ausgezeichnet habe.

Die Solidarität mit den Ärmsten, den Verzweifelten und Heimatlosen ist in Österreich keineswegs in Vergessenheit geraten. Sie braucht aber, um an Breite zu gewinnen, den Anstoß und die Unterstützung der Politik, der Medien und anderer Persönlichkeiten, die ihr Herz noch stärker als bisher dem Drama der in unserem Land gestrandeten Menschen öffnen könnten.. Es ist einer Demokratie unwürdig, die wahren Zustände, unter denen Flüchtlinge in Österreich derzeit zu leben hätten, hinter Mauern und Zäunen zu verstecken. Mitgefühl und Nächstenhilfe wachsen immer dort, wo die Österreicherinnen und Österreicher über das wahre Ausmaß der unwürdigen Situation informiert würden.

Nachdrücklicher Dank gilt jenen NGOs und Initiativen – vor allem christlicher und muslimischer Sozialorganisationen – die sich unter Einsatz all ihrer Kräfte jener solidarischen Qualität verpflichtet fühlten, die von Seiten der Politik noch immer zu wünschen übrig lässt. Die Botschaft „Es stehen in unserem Land mehr Menschen hinter Euch, als ihr glaubt“ muss so rasch wie möglich auch für die Flüchtlinge erfahrbar werden. Denn viele von ihnen sind in der Hoffnung nach Österreich gekommen, am Ende einer Odyssee ein zivilisiertes Land erreicht zu haben, das bereit ist, ihr Leid zu lindern. Enttäuschen wir sie nicht!

 

 

Die „Plattform Christen und Muslime“ wendet sich entschieden gegen den Versuch der PEGIDA-Bewegung, nun auch in Österreich – wie es heißt – „Unruhe zu stiften“.

„Das Schüren von Angst und Aggression auf der Basis von Halbwahrheiten und Ressentiments ist ein Angriff auf den solidarischen Zusammenhalt der Gesellschaft“ schreibt die „Plattform Christen und Muslime“ in einer Aussendung.

Der Islam mit seiner mehr als hundertjährigen Geschichte in Österreich habe nichts mit den Gewalttaten islamistischer Terroristen zu tun. Das „christliche Abendland“, das PEGIDA zu verteidigen vorgibt, sei längst weitgehend säkularisiert. Somit sei diese Bewegung ein Affront gegen Religion überhaupt und ignoriere die Tatsache, dass die christlichen Konfessionen immer wieder zum respektvollen Dialog mit dem Islam aufriefen, heißt es weiter.

Was heute dringend notwendig sei, sind Beispiele verständnisvollen Zusammenlebens und gemeinsamen Auftretens gegen Islam- und Fremdenfeindlichkeit sowie Aktionen der Begegnung und Vertrauensbildung. Muslime und Christen müssten mehr voneinander wissen, um Vorurteile abzubauen, fordert die „Plattform Christen und Muslime“.

In der Praxis des friedlichen Zusammenlebens erweise sich eine große Übereinstimmung unter den Angehörigen verschiedener Religionen und Traditionen. PEGIDA-Aufmärsche dienten dem Hass, nicht dem Frieden, schließt die „Plattform Christen und Muslime“ ihre Aussendung.

 

 

Mit Entsetzen schauen wir auf die Bluttat verbrecherischer extremistischer Gewalttäter, die im Namen des Islams auftraten. Wir fühlen mit den fran­zösischen Opfern, zu denen auch Juden und Muslime zählen. Wie tausende von Menschen, zu denen ebenfalls sehr viele Mus­lime gehören, erklären wir uns mit dem Geist der Brüderlich­keit solidarisch. Wir geben der Hoffnung Ausdruck, dass diese Solidarität imstande ist, einer Spaltung der Gesellschaft ent­gegenzuwirken, und wenden uns mit Nachdruck dagegen, wenn alle Muslime sowie die Reli­gion des Islams zu Sündenböcken gestempelt werden. Wer so agiert, arbeitet den Extremisten in die Hände und macht sich mitschuldig.

Hinter den Attentätern steht eine fundamentalistische Geisteshaltung, die sich in allen Religionen findet und radikalisieren kann. Auch aufgeklärte Geister sind nicht immer frei von fundamentalistischem Kampfgeist. Fundamentalisti­scher Extremismus ist nicht nur ein isla­misches, sondern auch ein anti-isla­misches Phäno­men. Fundamentalisten aller couleur set­zen auf das, was Menschen wertvoll ist, um mit einfachen Schlagworten zu punkten. Aber sie reißen Worte aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang und unterwerfen sie ihren eigenen zerstörerischen Interessen. Gewalttätiger Extremismus hat viele Ursachen, wie persönliche Krisen, soziale Missstände oder eine über Jahrzehnte verfahrene Politik, und kann nicht nur auf eine Ursache beschränkt werden. Daher warnen wir vor Vereinfachungen und davor, sich das Urteil zu leicht zu machen.

Wir vertreten mit Nachdruck die Meinungs- und Pressefreiheit als ein hohes Gut, das nicht preisgegeben werden darf. Denn wir wissen, wie lange Europa unter kirchlicher und staatlicher Zensur gelitten hat, und wissen, dass andere Länder auf diesem Globus immer noch darunter zu leiden haben. Es muss erlaubt sein, sich mit Religionen kritisch auseinander­setzen, auch in satirischer Form, denn alle Religionen und Weltanschauungen können einen ideologischen Charakter annehmen, der sich von der ursprünglichen menschenfreundlichen Absicht entfernt.

Dennoch: Wir sind nicht Charlie, und vertreten die Meinung, dass es sinnvoll ist und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt dient, sich die Freiheit zu nehmen, religiösen Men­schen und dem, was ihnen „heilig“ ist, mit Respekt zu begegnen. Dies trifft besonders für religiöse Minderheiten zu, die ohnehin in der Gesellschaft mit vielen Formen der Ausgren­zung und Diskriminierung und der Zuschreibung des „Fremdseins“ konfrontiert sind. Es geht nicht nur um Pressefreiheit, sondern auch um journalistische Verantwor­tung; und das nicht erst heute.

Wir fordern dazu auf:

den gewaltsamen Kreislauf von Aktion und Reaktion zu unterbrechen und sich für  Frie­den und gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen, nicht zuletzt im eigenen Interesse;

  • rhetorische Aufrüstung zu unterlassen, da jedem handgreiflichen Schlag hetzerische Worte vorausgehen;
  • über Religionen nicht zu urteilen, solange keine ausreichenden Kenntnisse vorhanden sind, und den Experten zu vertrauen;
  • religiöse Texte nicht naiv wörtlich zu nehmen, denn das würde bedeuten, den Extre­mis­ten nachzueifern;
  • religiöse Bildung persönlich und gesellschaftlich auf die Tagesordnung zu setzen;
  • sich um gegenseitiges Verstehen zu bemühen, anstatt Sündenböcke zu schaffen;
  • zu respektieren, woran das Herz religiöser Menschen hängt.