Die „Plattform Christen und Muslime“ meldet sich zum Streit um den Karfreitag zu Wort, weil es dabei um die Rücksichtnahme auf Minderheiten geht. Minderheitenschutz ist sowohl in der Verfassung, als auch in den Regeln der EU verankert. In einem traditionell römisch-katholischen Land dürfen die religiösen Minderheiten nicht zum Spielball politischer und wirtschaftlicher Interessen werden. Die jetzt geplante Lösung des Karfreitags-Problems ist nicht nur ein Schlag gegen die Evangelische und die Altkatholische Kirche; sie betrifft auch alle anderen religiösen Minderheiten, Juden und Muslime, Orthodoxe und Methodisten, Aleviten oder Buddhisten. Ihnen allen die ihrem Glauben entsprechende Feiertage zuzugestehen würde die österreichische Wirtschaft nicht in die Rezession treiben. Für die römisch-katholische Kirche, trotz laufender Kirchenaustritte immer noch in der Mehrheit, wäre es ein Zeichen des ökumenischen Anstands, einen der vielen katholischen Feiertage zugunsten des Karfreitags aufzugeben. Denn es könnte sein, dass sich auch diese Kirche in absehbarer Zeit in der Rolle eine Minderheit behaupten muss.

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